Analoge Schwarzweiß-Landschaftsfotografien

von Thies Meincke

Technische Informationen

Alle hier gezeigten Fotografien wurden mit manuell zu bedienenden analogen Kameras vom Kleinbild-Format über Mittelformat bis zur 4"x5" Großformatkamera jeweils mit Wechselobjektiven erstellt. Die Mehrzahl der Bilder wurden aber mit einer 4,5x6 Mittelformatkamera aufgenommen. Bei der Kleinbildkamera wurde meistens der interne mittenbetonte Belichtungsmesser genutzt, ansonsten aber immer ein Spot-Belichtungsmesser. Das war es schon an Aufnahmetechnik. In der Dunkelkammer stehen zwei 4x5"-Vergrößerer, einer mit Kaltlichtquelle, einer mit einer Lichtquelle für speziell kontrastvariable Photopapiere. Gelegentlich kommt auch ein 6x9-Vergrößerer mit Kondensorsystem zum Einsatz, insbesondere bei Lith-Prints.

Die meisten Fotografien entstanden mit panchromatischem Filmmaterial. Aber es kamen auch verschiedene Infrarotfilme zum Einsatz, um die damit möglichen Effekte zu nutzen.

Zonensystem

Ich photograhiere zumeist nach dem Zonensystem. Das ist ein Verfahren, um das Negativ in Belichtung und Entwicklung so zu steuern, daß es möglichst nahe an das fertige Bild herankommt, das ich mir bei der Aufnahme vorgestellt habe. Es basiert (je nach Version) auf 9 oder 11 Graustufen von Weiß über Mittelgrau bis Schwarz, die das fertige Positiv enthalten soll. Belichtung, Filterung und Entwicklung werden dann darauf abgestimmt. Das Zonensystem wurde in der 1940er Jahren vom amerikanischen Lanschaftsfotografen Ansel Adams entwickelt. Bei Infrarotaufnahmen läßt sich der Kontrastumfang jedoch nur unvollkommen abschätzen und nur eingeschränkt mit einem Belichtungsmesser messen. Solche Filme haben zudem die Eigenschaft, hohe Kontraste zu entwickeln, so daß ich hier eine einheitliche Standardentwicklung verwende und den Rest meiner Erfahrung damit und der Felixibiltät im Vergrößerungsvorgang überlassen muß. Glück gehört wie immer auch dazu.

Infrarotfilm

Normaler (panchromatischer) Film ist bis zu einer Wellenlänge von ca. 650 nm empfindlich, mit einer deutlichen Empfindlichkeitsdelle bei Grün und hoher Empfindlichkeit für blaues Licht. Damit unterscheidet sich Filmmaterial deutlich von der Empfindlichkeit des menschliches Auges, das bei Gelbgrün seine maximale Empfindlichkeit hat. Die Folge ist, daß sich damit gemachte Fotografien von dem Bild unterscheiden, daß der Photograph gesehen hat, was Enttäuschungen mit sich bringen kann. Deshalb werden oft Farbfilter eingesetzt, um das auszugleichen. Insbesondere blasses Himmelsblau und dunkle Grüntöne machen aber immer noch Schwierigkeiten und werden zu hell bzw. zu dunkel wiedergegeben. Mit Infrarotfilm und Rot- oder IR-Filter kann man das verhindern. Allerdings mit Nebenwirkungen. Frisches Gras oder Blätter im Sonnenlicht werden weiß wiedergegeben und sehen manchmal aus wie Schnee. Wenn man den Effekt verringern möchte, kann man statt eines IR-Filters ein normales oder dunkles Gelbfilter verwenden. Man kann aber natürlich auch gezielt die Verfremdungen nutzen wollen, die IR-Film mit IR-Filter hervorrufen. Näheres dazu in der Literaturliste. Leider ist die Auswahl an Infrarotfilmen heute sehr eingeschränkt. Die verfügbaren sind nicht weiter als bis ca. 750 nm in den Infrarotbereich empfindlich und entsprechen ansonsten von den Eigenschften panchromatischen Filmen.

Lith-Prints

Dieses Verfahren zeichnet sich durch eine Verschiebung der Lichter und Schatten mit weniger Mitteltönen aus. Verwendet werden können dazu nur ganz wenige Warmton-Photopapiere. Man belichtet das Papier dann um zwei bis 3 Blendenstufen über und entwickelt das Bild in stark verdünnten Lith-Entwickler bei Temperaturen von 24 bis 30 Grad, bis sich plötzlich sehr schnell die Schattenpartieren ausbilden, während die Lichter noch zart sind. Man muß dann das Papier schnell aus dem Entwickler nehmen und direkt ohne Abtropfen ins Stopp-Bad legen. Der Entwicklungsvorgang kann bis zu 10 Minuten dauern. Die Weiterbehandlung (Fixieren, Wässern, ggf. Tonen) erfolgt ganz normal. Tonungen allerdings können deutlich Farb- und Tonwertveränderungen bedeuten. Ferner kann man entwickelte Lith-Prints bleichen und erneut in Lith-Entwickler entwickeln (bei Tageslicht), was zu interessanten Effekten führen kann. Viel Raum für Experimente. Vollständige Anleitungen kann man der aufgelisteten Literatur entnehmen.

Tonungen

Ein Papierbild kann nach der Entwicklung getont werden. Das kann dazu dienen, die Haltbarkeit des Silberbildes zu verbessern („Archivfestigkeit“) oder dem Bild eine Farbe zu geben, die von dem „normalen“ neutralen Grautönen abweicht. Für eine verbesserte Archivfestigkeit dienen Seelentoner (giftig!), Goldtoner (teuer!) und Sepia- bzw. Schwefeltoner (können stinken!). Goldtoner ändern den Bildton in Richtung Blau, Sepiatoner in Braun oder Ocker, Selen bei hoher Konzentration in Richtung Purpur. Der Farbeffekt hängt aber auch vom verwendeten Photopapier ab. Kupfer- oder Blautoner ändern nur die Farbe des Bildes in Richtung rötliches Braun bzw. Blau und sind nicht archivfest. Ich habe je nach Motiv und Bildvorstellung alle diese Toner genutzt. Tonungen sind technisch einfach und können bei normaler beleuchtung durchgeführt werden. Man kann Toner auch kombinieren. Es gibt also hier reichlich Platz für Experimente.

Photopapier

Ich verwende ausschließlich kontrastvariables Photopapier, also Photopapier, dessen Kontrastverhalten über die Farbe des Vergrößererlichts gesteuert wird. Gelbes Licht bedeutet weicher Kontrast, Magenta ergibt einen hohen Kontrast. Fast alle heute verfügbaren Photopapiere sind kontrastvariabel. 90 % oder mehr aller Vergrößerungen enstehen auf Papieren mit glänzender Oberfläche. Je nach Motiv auf Papieren mit warmen oder eher kühlem Bildton. Dazu wurden dann die passenden Papierentwickler eingesetzt. Zumeist verwende ich RC-Papier, gelegentlich Barytpapier. RC-Papiere lassen sich schneller verarbeiten und haben eine perfekte Planlage. Der Aufwand bei Barytpapieren in deutlich größer, jedenfalls dann, wenn man sie archivfest anfertigen möchte. Tonungen funktionieren bei Barytpapieren manchmal besser. Der etwas künstliche wirkende Spiegelglanz von RC-Papieren verschwindet, wenn man sie unter Glas präsentiert. Mit halbmattem RC-Papier kann man die Bilder auch sehr schön ungerahmt präsentieren.

Literatur

Die hier aufgeführten Bücher habe ich im Bücherschrank und sind uneingeschränkt empfehlenswert. Sie richten sich jedoch nicht vordergründig an Anfänger, vom Buch von Lee Frost einmal abgesehen, sondern eher an Fortgeschrittene. Die Liste hat keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist eine ganz subjektive Zusammenstellung.

  • Ansel Adams: Die Kamera - Die neue Ansel Adams Photobibliothek Band 1. Obwohl wie die ganze Serie über 40 Jahre alt, ist das Buch immer noch les- und nutzbar, wenn man analoge Kameras verwenden will. Autofokus und Elektronik-Schnickschnack sucht man vergebens.
  • Ansel Adams: Das Negativ - Die neue Ansel Adams Photobibliothek Band 2. Die Einführung in das Zonensyststrong vom Erfinder selbst. Empfehle ich als erstes Buch zu dem Thema.
  • Ansel Adams: Das Positiv - Die neue Ansel Adams Photobibliothek Band 3. Etwas veraltet, da auf kontrastvariable Papiere nur am Rande eingegangen wird. Sie waren Anfang der 80er Jahre noch nicht "state of the art". Dennoch nützlich und wie alles von Ansel Adams leicht lesbar.
  • Ansel Adams: The Making of 40 Fotografs. Wie der Titel sagt. Nicht nur in technischer Hinsicht interessant, da auch etwas über die Hintergründe der Photographien erzählt wird. Auch in deutscher Übersetzung verfügbar.
  • Bruce Barnbaum: The Art of Fotografy. Sozusagen die moderne Version von Adams' "Negativ" und "Positiv" von einem der für mich besten Schwarzweißfotografen, die noch analog photographieren. Empfehle ich als zweite Beschaffung nach Adams' "Negativ". Gibt es auch auf Deutsch.
  • Bruce Barnbaum: The Essence of Fotografy. Sozusagen die Fortsetzung von "Art" in Richtung Philosophie. Ebenfalls in deutscher Übersetzung erhältlich.
  • Ctein: Post Exposure (Second Edition). Führt alle Steuerungsmöglichkeiten und Fehlerquellen auf, die bei der analogen Fotografie nach der Belichtung des Negativ auftreten können. Etwas für Spezialisten, die vor wissenschaftlichen Untersuchungen nicht zurückschrecken.
  • Phil Davis: Beyond the Zone System. Vollständige Darstellung des Zonensystems, und wie der Titel sagt, darüber hinaus. Sehr technisch. Für Zonensystem-Enthusiasten.
  • Richard J. Henry: Controls in Black and White Fotografy (Second Edition). Hier wird jede denkbare Steuerungsmöglichkeit in der analogen Schwarzweißphotograpfie mit wissenschaftlicher Akribie untersucht. Sehr technisch, und nur etwas für Spezialisten oder solche, die es werden wollen.
  • Eddie Ephraums: Elements of Black and White Printing. Es wird anhand von Bildbeispielen in erklärten und abgebildeten Einzelschritten gezeigt, was man mit einer erstklassigen Vergrößerungstechnik alles erreichen kann. Wer meint, mit einer Kleinbildkamera könne man keine guten Landschaftsaufnahmen machen, weil das Negativ zu klein ist, kann sich hier eines besseren belehren lassen.
  • Lee Frost: Simple Art of Black and White Fotografy. Eine angenehme Abwechslung für diejenigen, die mit technischem Überbau nichts zu tun haben wollen und es einfach halten möchten. Mit einem Kapitel zum Lith-Printing.
  • Ralph Lambrecht, Chris Woodhouse: Way Beyond Monochrome (Second Edition). Umfangreiches Buch in der Art eines Kompendiums, das fast alle Facetten der analogen Schwarzweißfotografie abdeckt, inklusive Zonensystem. Teilweise sehr technisch. Erstaunlich bei dem Umfang: Lith-Printing wird gar nicht erwähnt, Tonungen nur kurz angerissen.
  • Hugh Milsom: Infra-Red Fotografy. Ein Kompendium zum Thema Infrarotfotografie. Mit Beiträgen mehrerer Photographen. Leider gibt es heute bis auf den Ilford SFX-200 keinen der dort aufgeführten und detailliert vorgestellten Filme mehr. Dennoch nützlich und mit sehenswerten Bildbeispielen ausgestattet.
  • Fred Picker: The Fine Print. Im Gegensatz zum Titel geht es hier nicht nur um die Erstellung von Papiervergrößerungen. An zahlreichen guten Fotografien wird vielmehr der komplette Vorgang der Bildentstehung abgehandelt. Inklusive Zonensystem. Nur hier habe ich vom analogen Analogon (man entschuldige das Wortspiel) zum digitalen HDR gelesen. Was die im Buch genannten Materialien angeht, ist es natürlich veraltet.
  • Tim Rudman: The Fotografer's Master Printing Course. Alle gängigen Kniffe zur Arbeit in der Dunkelkammer inklusive Lith-Printing von einem der besten Dunkelkammerexperten. Was die Materialien angeht veraltet, was die Verfahren angeht nicht.
  • Tim Rudman: The Master Fotografer's Lith Printing Course. Beleuchtet alle Möglichkeiten und chemischen Hintergründe zum Lith-Printing-Verfahren. Da von den vorgestellten Materialien kaum noch welche hergestellt werden, ist es nur noch bedingt von praktischem Nutzen. Es gibt aber den besten Überblick, was mal möglich war und kann als Anregung dienen, mit noch verfügbaren Materialien zu experimentieren.
  • Barry Thornton: Elements - The Making of Fine Monochrome Prints. Anhand von Bildbeispielen stellt Thornton verschiedene Aspekte der analogen Schwarzweißfotografie dar, das ganze verpackt in autobiographische Anekdoten. Lehrreich und unterhaltsam.
  • Barry Thornton: Edge of Darkness - The Art, Craft and Power of the High Definition Monochrome Fotograf. Thornton berichtet wieder in autobiographischen Ausflügen über seine schließlich erfolgreiche Jagd nach dem ultimativen Negativ-Entwickler für höchste Bildschärfe. Sehr unterhaltsam zu lesen und immer noch aktuell.
  • George Todd: Elements of Black and White Fotografy (Titel in den USA: From Seeing to Showing). Anhand von zwanzig Beispielen wird der gesamte analoge Schwarzweißprozeß zur Bilderstellung abgehandelt, ohne zu technisch zu werden. Leicht und unterhaltsam zu lesen.
  • Andreas Weidner: Workshop - Schwarzweiß-Fotografie nach dem Zonensystem. Einer der besten Schwarzweiß-Fotografen aus Deutschland stellt seine Arbeitsweise als Workshop vor. Sonst eine Domäne angelsächsischer Photographen.
  • Laurie White-Hayball: Advanced Infrared Fotografy Handbook. Erläutert werden die physikalischen Grundlagen der Infrarotfotografie ebenso wie verschiedene Filme und Filter. Was das Material angeht veraltet - bis auf eine Ausnahme. Der leider nur ganz kurz abgehandelte Film Agfa 200 S entspricht meiner Meinung nach dem heute verfügbaren Rollei-Infrarotfilm.
  • Tony Worobiec, Ray Spence: Workshop Monochrom und weitere Kunst-Printing-Techniken. Der Titel "Monochrom" ist etwas irreführend, da ein Großteil des Inhalts sich auf Multi-Tonungen, Airbrush, Handcolorierungen und Verfremdungen wie Lith-Printing beziehen, die sich weit von "einfarbig" entfernen.

Ratschläge für Anfänger in der analogen (Schwarzweiß)-Fotografie

Wer mit analoger Schwarzweiß-Fotografie anfangen möchte, dem rate ich einem gutmütigen Standard-Film wie Ilford HP5-Plus oder Kodak Tri-X zu probieren und diesen in einen Standard-Entwickler wie Ilford ID-11 oder Kodak D-76 zu entwickeln. Dabei sollte man zunächst bleiben und sich nicht nicht auf ein Film- und Entwickler-Hopping einlassen. Die dabei gemachten Erfahrungen könnten z.B. dazu führen, die Empfindlichkeit des Films zu halbieren (d.h. eine Blendenstufe überzubelichten) und die Entwicklungszeit um 25% zu kürzen, um mehr Tonwerte zu erzielen. Erst wenn dann klar ist, in welche Richtung sich die Photographie entwickelt - Thema, Vergrößerungsmaßstab, Bildvorstellung - oder bestimmte Eigenschaften der gemachten Empfehlung nicht gefallen (Filmkorn), kann man gezielt Film, Entwickler und Verarbeitungsmethoden den Vorstellungen entsprechend ändern.

Über eines sollte man sich aber im klaren sein: die Fehlermöglichkeiten bei der analogen Fotografie sind viel größer als beim digitalen Prozeß, und diese Fehler summieren sich gerne auf! Da wohl niemand Zeit und Lust hat, alle Film-Entwickler-Kombinationen auszuprobieren, und dann das gleiche noch mit dem Positiv-Prozeß durchzuführen, kann man auf Literatur zurückgreifen oder sich im Internet über die grundlegenden Eigenschaften der Analog-Materialien informieren. Da die Internet-Ressourcen eher „volatil“ sind, führe ich hier nur Bücher auf, die ich für nützlich halte. Manches ist nur noch gebraucht erhältlich und nur in englischer Sprache verfaßt. Und manches Buch scheint Sammlerwert bekommen zu haben, den aktuellen prohibitiven Preisen auf dem Gebrauchtmarkt nach.

Als Kamera empfehle ich zuerst eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven ohne Autofokus, die über einen internen Belichtungsmesser verfügt und die Möglichkeit bietet, Blende und Zeit manuell einzustellen. Die Verwendung von Belichtungsautomatiken ist zwar schneller und bequemer, aber der schnelle und bequeme Weg führt nicht unbedingt zum besseren Ergebnis. Die Kontrolle zu behalten, bedeutet Lernaufwand, der sich aber bald als lohnend herausstellen kann. Unter gewissen Umständen ist eine Automatik für Belichtung und Fokus natürlich deutlich überlegen, z.B. für Sport- oder Tierfotografie. Aber das ist eher eine Domäne für digitale Farbphotographie.

Was das Vergrößern von Negativen, also die Erstellung eines Positivs angeht, so rate ich zu einem Vergrößerer, der auch für das Mittelformat 6x6 konzipiert ist und über einen Farbmischkopf oder über eine Lichtquelle für kontrastvariable Photopapiere verfügt. Die Nutzung von Einschubfiltern ist doch recht lästig. Die Arbeit mit kontrastvariablem Photopapapier, also Photopapier, dessen Gradation (Kontrastverhalten) von der Farbe des Lichts abhängt, ist heute Standard. Es gibt kaum noch Papiere mit fester Gradation, und diese bieten meiner Meinung nach auch keine Vorteile. Kameras und Vergrößerer lassen sich heute günstig im Internet kaufen, häufig in fast neuwertigem Zustand. Wer eine Kamera oder einen Vergrößerer "geerbt" hat, sollte sich aber nicht davon abhalten lassen, damit zu starten.

Leider wird jedoch das Angebot an analogem Photomaterial immer geringer. Die umtriebigen kleineren Produzenten wie Tetenal, Forte oder Efke gibt es leider nicht mehr. Kodak oder Agfa nur noch dem Namen nach mit einigen gängigen Artikeln, zumeist Filmen. Bei einigen noch verfügbaren Produkten gibt es noch den gleichen Namen, aber aus Kosten- oder Umweltschutzgründen wurde die chemische Zusammensetzung geändert - oft ohne Ankündigung oder Hinweis, was selten zu positiven Überraschungen führte.

An der Qualität der heute noch verfügbaren Materialien gibt es aber nichts zu bemängeln. Probleme liegen eher an der beschränkten Haltbarkeit bei geringerem Absatz einiger Produkte. Nicht selten habe ich insbsondere bei Flüssigkonzentraten von Negativentwicklern überlagertes Material erhalten, das nicht mehr zu gebrauchen war. Deshalb bin ich für die Negativentwicklung auf fertig konfektionierte Pulverentwickler umgestiegen, die fast ewig gelagert werden können und für die akute Verwendung in Wasser gelöst werden müssen. Bei Positiventwickler habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Dort verwende ich weiterhin Flüssigkonzentrate. Filme kann man gut und lange in der Tiefkühltruhe lagern. Photopapier wird am besten trocken und kühl gelagert - und nicht in der Dunkelkammer, wo Chemikaliendämpfe die Silberemulsion von Papieren und Filmen schnell schädigen können, so daß sie verschleiern. Frisch angesetzter Entwickler hält sich Monate, wenn er kühl, dunkel und luftdicht verschlossen gelagert wird. Es spricht also nichts dagegen, auch mal Pause vom analogen Fotografieren zu machen.